TL;DR: Bis 2031 dürfte sich die Reisesuche von der klassischen Suchmaschinen-Recherche hin zu KI-Agenten verschieben, die Reisen nicht nur empfehlen, sondern eigenständig planen und buchen.
- Klassische Suchmaschinen verlieren als erste Recherchequelle weiter an Bedeutung: von 51 % (Mitte 2024) auf 36 % (Ende 2025) – der Trend dürfte sich fortsetzen.
- KI-Agenten werden zunehmend eigenständig Reisen recherchieren, vergleichen und buchen; erste Anbieter wie KAYAK optimieren aktiv dafür.
- GEO (Generative Engine Optimization) wird von einem Wettbewerbsvorteil zur betrieblichen Grundvoraussetzung – laut Branchenstimmen bereits bis 2028.
- Nachhaltigkeit und Personalisierung werden zu Standardanforderungen an Suchergebnisse und Angebote, nicht mehr nur zu Nischentrends.
Warum ein Blick nach vorn wichtig ist
Die Verschiebung von Suchmaschine zu Social Media und KI-Tools (siehe Rückblick der letzten 10 Jahre) ist kein Endpunkt, sondern eine Zwischenstation. Mehrere Signale aus der Branche deuten darauf hin, wohin sich das Suchverhalten in den nächsten fünf Jahren weiterentwickeln könnte.
Trend 1: Vom Suchfeld zum KI-Agenten
Die Verschiebung weg von der klassischen Suchmaschine beschleunigt sich: Als meistgenutzte Ressource zur Reiserecherche ist die klassische Suchmaschine von 51 % Mitte 2024 auf 36 % Ende 2025 gefallen. An ihre Stelle treten KI-Kanäle. Der nächste Schritt ist die automatisierte Buchung: Plattformen wie KAYAK optimieren ihre Systeme bereits gezielt für KI-Agenten, die im Auftrag von Nutzern recherchieren und buchen. Auf Branchenkongressen wird bereits offen die Frage gestellt: "Bucht bald nur noch die KI?"
Trend 2: Von reaktiver zu vorausschauender Suche
Bislang antwortet Suche auf eine aktive Anfrage. Das könnte sich ändern: KI-Systeme sollen künftig Bedürfnisse erkennen, bevor sie bewusst formuliert werden – etwa auf Basis von Kalenderdaten, bisherigen Reisen, Saisonmustern oder Preisfenstern. Der Agent schlägt dann proaktiv einen Reisezeitraum oder ein Angebot vor, statt auf eine Suchanfrage zu warten.
Trend 3: GEO wird vom Vorteil zur Pflicht
Was Anfang 2026 als Wettbewerbsvorteil gilt, könnte laut Branchenbeobachtern bis 2028 zur grundlegenden betrieblichen Notwendigkeit werden. Tourismusmarken, die jetzt nicht dafür sorgen, in KI-Antworten korrekt, aktuell und positiv dargestellt zu werden, riskieren mittelfristig, in den neuen Recherchewegen schlicht nicht mehr vorzukommen.
Trend 4: Voice-Agenten als weiterer Kanal
Neben textbasierten KI-Chats dürften KI-gestützte Voice Agents an Bedeutung gewinnen – für Recherche, Buchung und Betreuung während der Reise. Sprachbasierte Interaktion senkt die Einstiegshürde weiter, insbesondere unterwegs.
Trend 5: Zero-Click setzt sich fort – Sichtbarkeit ohne Klick wird zur Norm
Der Zero-Click-Trend (2026 bereits 65-68 % aller Suchen ohne Klick, bei AI Overviews bis zu 83 %) dürfte sich in den nächsten Jahren weiter verstärken. Für den Tourismus bedeutet das: Ein Teil der Markenwirkung entsteht künftig direkt in der KI-Antwort, nicht mehr zwingend über einen Website-Besuch. Sichtbarkeit muss also zunehmend dort gemessen werden, nicht nur im klassischen Traffic.
Trend 6: Nachhaltigkeit und Personalisierung als Sucherwartung
Nachhaltigkeit gilt ab 2026 zunehmend nicht mehr als Marketingtrend, sondern als Standarderwartung – Stichwort Slow Travel und ökologischer Fussabdruck. Gleichzeitig wächst der Anspruch an Personalisierung: 72 % der Verbraucher reagieren überwiegend auf personalisierte Angebote. Beides dürfte auch in KI-generierten Reiseempfehlungen stärker berücksichtigt werden, etwa als Filterkriterium, das Nutzer ihrem KI-Agenten direkt mitgeben.
Trend 7: Online-Buchungsanteil wächst weiter
Der Online-Anteil an Reisebuchungen soll von rund 66 % auf über 70 % bis 2027 steigen. Damit wächst auch die Angriffsfläche und gleichzeitig Relevanz jedes einzelnen digitalen Touchpoints, an dem eine Marke sichtbar sein muss – inklusive der neuen KI-Kanäle.
Rückblick vs. Ausblick im Überblick
| Aspekt | Stand 2026 | Erwartung bis ca. 2031 |
|---|---|---|
| Rolle der Suchmaschine | Eine von mehreren Quellen | Weiter sinkende Bedeutung als Startpunkt |
| Rolle von KI | Recherche-Unterstützung (~40 % Nutzung) | Eigenständige Planung & Buchung durch Agenten |
| Interaktion | Aktive Suchanfrage | Zunehmend proaktive, antizipierende Vorschläge |
| GEO-Status | Wettbewerbsvorteil | Betriebliche Grundvoraussetzung (laut Branchenstimmen ab ~2028) |
| Buchungskanal | 66 % online | 70 %+ online, wachsender KI-Agenten-Anteil |
Häufige Fragen (FAQ)
Werden KI-Agenten Reisen bald komplett eigenständig buchen? Erste Ansätze existieren bereits (z. B. bei KAYAK), vollautomatisierte Buchung ohne jede Nutzerbestätigung ist aber noch nicht der Standard. Branchenstimmen erwarten einen schrittweisen Übergang bis Ende der 2020er-Jahre.
Was bedeutet der Trend für kleinere Tourismusanbieter? Sichtbarkeit in KI-Antworten hängt stark von strukturierten, klar auffindbaren und aktuellen Informationen ab. Kleinere Anbieter sollten frühzeitig auf GEO-taugliche Inhalte (klare Fakten, aktuelle Daten, Bewertungen) setzen, um nicht gegenüber grossen Plattformen ins Hintertreffen zu geraten.
Verschwindet die klassische Suchmaschine ganz? Nein, aber ihr Anteil als erste Anlaufstelle sinkt kontinuierlich zugunsten von Social Media und KI-Kanälen – ein vollständiges Verschwinden ist auf 5-Jahres-Sicht nicht zu erwarten.
Fazit
In den nächsten fünf Jahren dürfte sich die Reisesuche von einer nutzergetriebenen Anfrage zu einer zunehmend KI-vermittelten, teils proaktiven Interaktion entwickeln. Klassische Suchmaschinen verlieren weiter an relativer Bedeutung, KI-Agenten und Voice-Interfaces gewinnen hinzu, und GEO entwickelt sich vom Vorteil zur Notwendigkeit. Tourismusmarken, die jetzt in strukturierte, GEO-taugliche Inhalte investieren, verschaffen sich einen Vorsprung, bevor der Wandel zum Standard wird.
Quellen
- Reisen künftig auf Autopilot? – fvw
- Agentic Travel Commerce: Bucht bald nur noch die KI? – fvw
- Die agentische KI-Revolution – ITB Berlin
- KI-Agenten für Reisen – SaM Solutions
- Reisen im Jahr 2030: KAYAK WTF Reisetrend-Report
- Trends im Tourismus – 4strat
- 18 digitale Trends in der Reisebranche im Jahr 2026 – Revfine
- Zero-Click Search Statistics 2026 – Digital Applied